SUSAlabim (Susanne Bochem)
Susanne vom Label SUSAlabim
Heute hab ich jemand ganz Besonderen für euch im Interview. Susanne vom Label SUSAlabim habe ich durch den DIY Bloggercontest kennengelernt. Ich war sofort verliebt in ihre niedlichen und außergewöhnlichen Figuren und Ideen.

Susanne lebt mit ihrem Freund, sowie ihrem Sohn Filip in Mainz. Die gelernte Modeassistentin und Illustratorin ist seit 2000 selbstständig und arbeitet freiberuflich als Illustratorin für verschiedene Verlage. Außerdem kreiert sie immer wieder neue Geschöpfe aus Stoff und anderen Materialien, die sie auf ihrem Blog vorstellt und in ihrem Shop oder auf Handarbeitsmärkten verkauft.

Mama-Baby-NähbuchIhr eigenes Buch, das „Mama-Baby-Nähbuch*“, erschien 2013 bei Edition Michael Fischer.

Im Interview verriet mir die liebe Susa alles über ihren Werdegang, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, was sie inspiriert und welche Materialien sie am liebsten verwendet.

Was machst du als erstes wenn du morgens aufwachst?

Die erste dreiviertel Stunde gehört meinen Familienmitgliedern, Filip wecken, Schulbrot schmieren, Kaffee kochen, Katzen füttern und noch ein paar Minuten zusammen sitzen.

Wie sieht ein typischer Wochentag bei dir aus?

Wenn Vater und Sohn aus dem Haus sind, beginnt „mein“ Tag. Nach dem Duschen gibt’s ein schnelles Frühstück und ab da ist jeder Tag anders. Es kommt immer drauf an, was ich zu tun habe. Ich bin ja „hauptberuflich“ Illustratorin und zeichne für verschiedene Verlage, zur Zeit hauptsächlich für Schulbücher und für Handarbeitsbücher. Das Schöne ist, dass die Aufträge nicht immer gleichmäßig kommen, das heißt, es gibt Phasen, in denen ich fast nur zeichne, und andere, in denen ich sehr viel Zeit für „meine“ Projekte habe. Aber irgendetwas mache ich immer, Stillstand gibt’s bei mir nicht, ich habe immer mehr Ideen als Zeit…

Wenn ich zeichnen muss, fange ich damit an, morgens sind meine Hände am ruhigsten 😉 Ich bin eigentlich immer von etwa halb neun bis halb drei durchgehend beschäftigt, mit zeichnen, nähen, basteln, fotografieren, Pakete packen, Shop befüllen (wofür ich mir viel zu selten Zeit nehme). Um halb drei gehe ich aus dem Haus, meistens zuerst zur Post, Bestellungen wegbringen, schnell noch was einkaufen und dann um drei meinen Sohn in der Schule abholen. Die Rückfahrt genieße ich immer, da quatschen wir und keiner lenkt uns ab… Zu Hause gibt’s dann Kaffee und ein Hörbuch und je nachdem, ob Filip mich braucht, oder nicht, kann ich noch ein bisschen arbeiten oder wir machen irgendwas zusammen. Abends wird dann gekocht und wenn Filip im Bett ist und der Fernseher läuft, sitze ich auf der Couch und kann wieder die Finger nicht still halten – da fülle ich dann meistens kleine Figürchen mit Watte oder schließe irgendwelche Wendeöffnungen oder so…

Nähwerke von SUSAlabim
Susa’s Wettbewerbsbeitrag für den DIY Bloggercontest
Wann und aus welchen Beweggründen hast du mit dem Nähen & Bloggen begonnen?

Ich habe schon zu Schulzeiten mit dem Nähen angefangen, damals habe ich mir Klamotten selbst genäht. Nach dem Abi habe ich dann eine Modeschule besucht, wo ich ein Jahr lang Entwerfen, Schnitte erstellen, nähen, Materialkunde und all sowas gelernt habe. Für ein Modedesignstudium war mein Notenschnitt zu schlecht (damals gabs nen NC von 1,9 für Modedesign) und so bin ich dann irgendwann beim Grafikdesign mit Schwerpunkt Illustration gelandet. Später begann ich, Figuren zu nähen und so meine Illustrationen „zum Leben zu erwecken“. Das hat sich nach Filips Geburt immer mehr gesteigert und 2007 habe ich dann einfach einen Blog eröffnet und meine Sachen öffentlich gemacht. Dann kam mein Dawanda-Shop dazu und später dann mein eigener Shop. Ich bin aber nach wie vor schlecht in Selbstvermarktung und verdiene immer noch kein Geld mit dem Bloggen, weil ich lieber Zeit im Nähzimmer verbringe, als mich am Notebook um „Theoriekram“ zu kümmern…

Nähwerke von SUSAlabim
Nähwerke von SUSAlabim

Was hat sich durch das Nähen & Bloggen für dich verändert?

Das kann ich gar nicht so genau sagen – mein Beruf als Illustratorin war ja schon immer mein Traumberuf und irgendwie habe ich das mit dem Bloggen dann nur um ein paar Facetten erweitert und die ganze Entwicklung passiert so fließend, dass ich da gar keinen Punkt feststellen könnte, an dem sich etwas verändert hat. Die Webbanddesigns oder meine Stickdateien entwickeln sich immer „wie von selbst“ aus meinen Illustrationen und auch die Ideen für meine genähten Figuren sprudeln schneller, als ich sie umsetzen kann. Ich liebe die direkte Rückmeldung über Kommentare im Blog – oder mittlerweile noch mehr über Facebook und Instagram sehr, das ist vielleicht der große Unterschied zu den Vor-Blogger-Zeiten… und ich habe eine Menge nette Leute kennengelernt, die ich zuerst über Blogs kannte und später auf Messen persönlich getroffen habe.

Ich liebe es, aus dem Vollen zu schöpfen. Viele Ideen ergeben sich erst aus den Materialien.

Nähwerke von SUSAlabim
Nähwerke von SUSAlabim

Welche Materialien verarbeitest du am Liebsten?

Bei Stoffen auf jeden Fall Naturfasern! Ich habe ein riesiges Stofflager aus gemusterten Baumwollstoffen, viele 70er Jahre Schätzchen aber auch neue Stoffe in allen Farben und Mustern… und altes Leinen zum Besticken, Borten und Bänder, Knöpfe. Ich bin Sammlerin und habe zig Kisten mit Materialien – ich liebe es, aus dem Vollen zu schöpfen und viele Ideen ergeben sich auch erst aus den Materialien.

Wenn für alles gesorgt wäre und du nicht scheitern könntest: Was wäre dein absoluter Traumberuf?

SUSAlabim, Jolijou & Kreativlabor Berlin
Susa und ich mit Andrea von Jolijou auf der h+h in Köln
Ich bin absolut glücklich, so, wie es ist. Die Kombination aus Illustration, Design und meiner „Kunst“ ist perfekt für mich. Ich würde nichts ändern wollen. Nur mehr Zeit könnte ich brauchen 😉

Wer oder was inspiriert dich?

Ich bin viel im Internet unterwegs, lese andere Blogs und stöbere bei Pinterest… ansonsten liebe ich Flohmärkte als Inspirationsquelle.

Was ist dein liebstes Urlaubs- bzw. Reiseziel und warum?

Ich liebe Holland als unkompliziertes Urlaubsziel, das geht für mich immer! Ansonsten habe ich letztes Jahr Mallorca für mich entdeckt, ich würde gerne mal wieder in die USA, nach Dänemark oder in die Provence. Wir sind nur leider schlechte Im-Voraus-Planer, deshalb gehen manche Ferien ohne Reise an uns vorbei.

Was wünschst du dir für deine Zukunft?

Von mir aus kann es so weiter gehen, wie es ist. Ich bin absolut glücklich und zufrieden.

Was würdest du in 20 Jahren der Susa von heute raten?

Vielleicht öfters auch mal abzuschalten und bei manchen Ideen zu denken „das wäre schön, aber man kann einfach nicht alles umsetzen“.

Liebe Susa, danke für das spannende Interview und viel Erfolg weiterhin mit deinem Shop!

Und wenn ihr jetzt auf den Geschmack gekommen seid und auch so ein paar wunderbare Figuren in eurem Zuhause haben möchtet, schaut doch mal in Susa’s Lädchen vorbei:

Nähwerke von SUSAlabim

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