Vergangene Woche habe ich euch in meiner kleinen Umfrage um Feedback zu meinem Blog und meinen Ebooks gebeten. Viele von euch wollten etwas mehr über meine Arbeitsweise und -materialien wissen.

Deshalb könnt ihr mir heut gern mal über die Schulter schauen, während ich die Kelly Bag aus dem Buch Meine Tasche. Mein Design* von Miriam Dornemann nähe.

Schulterblick: Mein Workflow & meine ArbeitsmaterialienSchulterblick: Mein Workflow & meine Arbeitsmaterialien

Zur besseren Übersicht oder wenn ihr nicht alles lesen wollt, gibts hier ein kleines Inhaltsverzeichnis zu diesem Beitrag:

1. Schnittmuster übertragen
2. Vlieseinlagen & Bügeleisen
3. Stoffe und Nähzutaten
4. Meine Nähmaschine
5. Das Nähen
6. Möchtet ihr noch mehr erfahren?

Schnittmuster übertragen

Als ich anfing zu nähen, arbeitete ich mit Schablonen aus Papier oder Pappe, deren Umrisse ich dann mit Schneiderkreide auf den Stoff übertrug. Mittlerweile nehme ich meist (und vorallem für große Schnittteile) das Burda Seidenpapier* oder das Burda Kopierpapier* zum Übertragen der Schnittmuster.

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Das Papier lege ich dann auf das Schnittmuster auf und pause die entsprechenden Teile ab. Wenn die Nahtzugabe im Schnittmuster nicht enthalten ist, zeichne ich sie anschließend noch außen dran.

Schulterblick: Mein Workflow & meine Arbeitsmaterialien

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Dann lege ich meine Papierschablone auf den Stoff, stecke sie rundherum mit Nadeln fest und schneide dann vorsichtig die Schnittteile zu. Schnittteile, die zweimal benötigt werden, schneide ich immer gleich in doppelter Stofflage zu. Das spart Zeit und Nerven 🙂

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Möglich ist übrigens auch das Übertragen mittels eines Kopierrädchens, z.b. dem Burda MagWheel®*. Dabei wird das Schnittmuster auf den Stoff aufgelegt und die Konturen mit dem MagWheel nachgefahren. Durch die Spitzen am Koperrädchen überträgt sich eine feine Punktlinie auf den Stoff, die dann ausgeschnitten werden kann.

Burda Kopierpapier

Vlieseinlagen & Bügeleisen

Ich verwende eigentlich nur 3 verschiedene Vlieseinlagen, die ihr auch bereits aus meinen Ebooks kennt: Vlieseline H200*, Vlieseline H250* und Volumenvlies H630*. Es gibt noch viele weitere und in vielen Nähbüchern werden andere empfohlen (z.b. soll man laut Beschreibung für die Kelly Bag S320 nehmen) – aber ich mag es gern unkompliziert und komme mit meinen 3 Vlieseinlagen super zurecht. Außerdem mag ich es gerne minimalistisch und einfach und möchte nicht die ganze Wohnung voller verschiedenster Materialien haben. Wenn etwas gut funktioniert, bleibe ich auch dabei. Besondere Marken verwende ich bei meinen Vlieseinlagen nicht, ich kaufe immer das, was es gerade dort gibt, wo ich einkaufe.

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Mein Bügeleisen ist ein Tefal FV4680 Ultragliss* (auf dem Foto ist noch mein altes zusehen, also nicht das von Tefal).

Stoffe und Nähzutaten

Meine Stoffe kaufe ich meist im Internet, z.B. bei Alles für Selbermacher* oder über DaWanda*. Ich mag es, ganz viel Auswahl und Vergleiche zu haben, deshalb bin ich eher der Internetshopper.

Baumwollschrägband und Webbänder habe ich in etlichen Farben & Mustern vorrätig. Ich verwende sie zwar gar nicht so häufig, aber kann immer nicht dran vorbeigehen und ab und zu braucht man es ja dann doch – z.b. dieses tolle beerenfarbene Schrägband für meine Kelly Bag 🙂

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Baumwollschrägband kaufe ich in keinem bestimmten Geschäft und von keiner bestimmten Marke, sondern nehme einfach, was mir so über den Weg läuft. Bei den Webbändern sieht das schon anders aus. Ich habe so gut wie alle meine Bänder bei Farbenmix gekauft (die Auswahl macht mich echt schwach!) und kürzlich ein paar Webbänder von Wunderpop! getestet.

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Als Nähgarn verwende ich momentan am Liebsten das aus meinem wunderbaren Garnkoffer von Snaply, weil hier sooooviele Farben enthalten sind und ich bisher für jedes Nähprojekt fündig wurde.

Snaply Garnkoffer

Zum Austesten von Schnitten nehme ich aber meist alte Garne vom Flohmarkt bzw. aus Muttis Restekiste 🙂 Die reißen zwar schnell mal, aber zum Ausprobieren reicht es und ich möchte ungern das hochwertige Garn für meine zahlreichen missratenen Probestücke „verschwenden“ 🙂

Von Snaply habe ich auch die KamSnaps (bunte Druckknöpfe) inklusive Zange. Taschenbügel kaufe ich entweder bei Clip&Clutch* über DaWanda oder bei DIY Warez* (ebenfalls über DaWanda). Letzteres wird aber aus Hongkong versandt und dauert immer mehrere Wochen.

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Weitere wichtige Begleiter im Nähalltag sind ein Maßband und natürlich „mein bester Freund“, der Nahtauftrenner.

Burda Nähzubehör

Meine Nähmaschinen

Mich interessieren Markennamen nicht sonderlich, ich schaue eher auf das Preis-Leistungsverhältnis bzw. dass ich gut damit zurechtkomme. Vor dem Kauf meiner neuen Nähmaschine (eine W6 N 3300 exklusive*) habe ich ein Paar Bewertungen bei Amazon & Co. gelesen – da ich davor aber auch schon eine W6 hatte und damit superzufrieden war, fiel die Entscheidung nicht so schwer. Es ist eine handliche „etwas bessere“ Einsteiger-Nähmaschine zu einem guten Preis. Bisher komme ich super damit zurecht und kann sie guten Gewissens weiterempfehlen. Mit Vor- und Nachteilen oder supertollen Features anderer Marken kenne ich mich leider nicht aus. Mir geht es eher ums Loslegen, als darum ewig zu recherchieren welches Modell nun das Beste vom Besten ist.

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Durch meine Arbeit als Autorin für den Bernina-Blog komme ich seit einigen Monaten in den Genuss zweier wunderbarer Bernina-Nähmaschinen. Ich habe mich auch endlich an eine Overlock gewagt! Es ist eine Bernina 1150 MDA* und ich bin ihr komplett verfallen. Zudem habe ich noch eine Bernina 710*.

Nähen mit der Overlock

Das Nähen

Beim Nähen halte ich es so wie mit allen anderen Dingen auch: EINFACH MACHEN und wenns schiefläuft, korrigieren. Ich lasse mich selten aufhalten oder abschrecken und probiere gern alles aus. So habe ich auch das Nähen relativ schnell gelernt.

Wenn man mit zuviel Angst rangeht, kommt man meiner Meinung nach nicht weiter. Ich lege einfach los, habe mich sehr gut mit meinem Nahtauftrenner angefreundet und versuche, kleine Fehlerchen im Endprodukt nicht zu ernst zu nehmen 🙂 Übung macht den Meister, oder so ähnlich.

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Die Kelly Bag ist übrigens wirklich einfach zu nähen (was ich nicht von allen Taschenmodellen aus diesem Buch behaupten kann 🙂 – dazu aber in einem späteren Beitrag mehr). Im Prinzip hat man ein großes Hauptteil, 2 Seitenteile und den Griff. Dann wird alles mit Schrägband verbunden und fertig ist die Tasche.

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Zum Schluss wird nur noch ein Druckknopf oder Drehverschluss angebracht …

Schulterblick: Mein Workflow & meine Arbeitsmaterialien

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… und der Tragegriff festgesteckt und angenäht.

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Fertig ist die wunderschöne Kelly Bag 🙂

Kelly Bag

Möchtet ihr noch mehr erfahren?

Habt ihr noch weitere Fragen zu mir, dem Blog, meinen Anleitungen & Ebooks? Gern beantworte ich alles so ausführlich wie möglich. Schreibt mir eure Fragen doch einfach als Kommentar unter diesen Beitrag.

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13 Kommentare

  • Liebe Julia,

    danke, dass Du uns über Deine Schulter blicken lässt!!! Es ist sehr spannenend zu sehen, wie und mit was andere Leute so tüdeln … :o))
    So einiges erkennt man ja doch wieder!
    Für kleine Schnittmuster-Teile (vor allem, wenn ich sie mehrfach verwenden möchte) benutze ich immer Lampenfolie. die ist schön stabil und milchig durchsichtig. Dadurch kann man den Schnitt dadrunter wunderbar sehen und (mit zB Permanent-Marker) aufzeichnen, auch Wendeöffnungen und was sich sonst noch so alles im Inneren des Schnittteils tummelt kann man einzeichnen.
    Eine Overlock-Maschine habe ich mir vor 2 Jahren günstig beim L-Discounter gekauft (seitdem nähe ich allerdings kaum noch; das liegt aber nicht an der Ovi :O ). Das Einfädeln bei Farbwechsel ist – zumindest bei dieser Ovi – wirklich einfach: da werden die alten Fäden direkt über der alten Rolle abgeschnitten und mit dem Faden der neuen Rolle verknotet. Und dann werden alle 2 bis 4 Fäden mit Fadenspannung 0 durch die Maschine gezogen, bis sie vorne mit dem neuen Garn wieder rauskommen …. wenn der Faden allerdings beim Nähen reißt, muss man aber selber ran und aufpassen, dass die Finger sich nicht verknoten … :O

    Meine Güte, das war jetzt aber viel Text …

    GLG
    Helga

  • Hallo Helga,

    das mit der Lampenfolie ist ja ein toller Tip!!! Ich glaube das probier ich mal. Also die Ovi-Geschichte bestätigt mich wieder in meiner Angst 🙂 1 Faden und 1 Nadelöhr kann ich händeln, aber mehrere und auf 10000 Sachen achten? Argh. Naja, vielleicht wenn ich groß bin 🙂

    Danke für dein Feedback!
    Julia

  • Ich habe die Overlock von W6 und kann sie dir nur empfehlen. Super Preis-Leistungs-Verhältnis und das Einfädeln ist auch kein Problem. Liebe Grüße

  • Achso, davor hatte ich übrigens auch eine Silvercrest von lidl und war damit todunglücklich, weil ich alle 10 Minuten fädeln durfte. Bei der W6 habe ich das bisher nur 1x ganz am Anfang gemacht 🙂

  • Hallo Julia,

    vielen Dank für diesen Einblick! Mich hat schon die ganze Zeit besonders interessiert, mit welcher Näma Du Deine wunderschönen Werke nähst. Ich hatte die W6 auch mal zum Testen da (ich habe die W6 Ovi und bin einfach nur begeistert – einfädeln ist wirklich einfach, nur die Fadenspannung erfordert etwas Übung), leider hat sie bei mir bei Jersey ziemlich rumgezickt, so dass sie wieder zurück musste :(. Aber vielleicht hatte ich ja auch nur ein „Montagsmodell“ erwischt, denn eigentlich waren die Bewertungen und Vorstellungen immer so gut. Nachdem ich nun weiß, dass Du auch mit ihr nähst, überlege ich, ob ich ihr nochmal eine Chance geben sollte.

    Als Alternative zur Lampenfolie kannst Du Abdeckplane/-folie extra stark (!) nehmen, klappt super und ist günstig 🙂

    Hab einen schönen Tag!

    Liebe Grüße

    Nadine

    PS: Ich bin immer noch ganz überrascht, dass Du erst seit einem Jahr nähst – ich kann’s kaum fassen. Deine Sachen sehen immer so perfekt aus!

  • Hallo Julia,

    ein toller Einblick darin, wie du arbeitest – und die entstandene Tasche ist sehr hübsch (wenn auch für meinen Geschmack etwas zu rosa ;)). Besonders die Info zu deiner Nähmaschine hat mich sehr interessiert, da ich mich gerade auch nach einer neuen Nähmaschine umsehe.

    Liebe Grüße,
    Mareike

  • Hallo Julia,
    ich freue mich, dass ich Deinen Blog gefunden habe. Es ist sehr schön bei Dir! Vielen Dank, dass man Dir beim Arbeiten über die Schulter schauen darf…. Zum Thema Ovi mag ich aber auch noch was sagen. Ich habe mir vor 2 Monaten die W6 Ovi gekauft. Zuvor hatte ich noch nie mit einer Ovi gearbeit. Sie erfüllt alle meine Erwartungen. Egal ob BW oder Jersey, das Stichbild ist sehr gut. Und das Einfädeln geht auch ganz leicht. Dazu gibt es ein super Anleitungsvideo auf Yout….:)
    Liebe Grüße Diana

  • Hallo Julia,

    ich habe seit 2 Jahren eine W6 Ovi. Sie geht prima. Zwischendurch zickt sie mal etwas, aber ich glaube, das liegt eher an mir und meiner Ungeduld. Mir gings erst genauso wie dir: nie eine Ovi! Du glaubst gar nicht, wie du sie dann lieben wirst!!
    Bei Schnittpapier nehme ich am liebsten Schnittmusterpapier von folia. Das ist zwar gefaltet und hat dann
    eben etliche Knicker. Manchmal bügle ich die etwas über.Für besonders häufig verwendete Schnitte investiere ich gerne in Architektenpapier.
    Aber das folia Papier ist fest und durchsichtig, wie dickes Butterbrotpapier. Ich verwende es auch mal, um einen Kuchen etc. darin einzupacken. Plastik vermeide ich wo es geht, der Umwelt zuliebe. Auch kleine Mengen machen Berge.Mit diesem dünnen Burda Papier bin ich nie zurecht gekommen.
    Mir gehr es genauso wie dir: ich nähe nun schon Jahrzehnte, aber ich liebe unkomplizierte Materialien, kaufe sie meist wo ich gerade bin. Und so wie du mag ich es nicht zuviele Sachen gestapelt zu haben.
    Weiterhin viel Spaß beim nähen und viele gute Ideen. Auch ich benutze den Nahttrenner noch sehr oft.
    LG Renate

  • Hallo Renate, danke für dein Feedback! Mich stören die Knicke bisher nicht, ich streiche es dann immer glatt und fixiere alles mit Nadeln. Architektenpapier könnte ich mal probieren.

    Das Burda Papier ist schon sehr dünn, das stimmt – ist mir schon einige Male gerissen.

  • Hallo,
    die Sammlertasche Karl hat es mir angetan und ich würde sie gerne für meine Enkel nähen. Welchen Stoff nehme ich am besten für die Außenseite! Meine Baumwollstoffe sind alle zu dünn, der Herbststoff mit dem du die Tasche genäht hast sieht ziemlich fest aus.

    Viele Grüße aus Dortmund
    Heide

    • Hallo Heide, das ist ein ganz normaler Baumwollstoff. Du kannst deinen ja auch mit Bügelvlies verstärken, z.b. H200.

      Liebe Grüße,
      Julia

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