Wunderschöne Rollsäume mit der Overlock nähen, meine 5 besten Tipps

von Alexa
Saum

Ich finde, der Rollsaum gehört zu den schönsten Techniken, die man mit einer Overlock nähen kann. Mit ihm lassen sich Blusen, Kleider, Röcke oder Shirts im Handumdrehen wunderschön veredeln. Besonders farbenfrohe Wellensäume sind ein echter Hingucker und verleihen jedem Nähprojekt das gewisse Etwas.

Das Beste daran ist, dass ein Rollsaum unglaublich schnell genäht ist. Innerhalb weniger Minuten zauberst du einen professionellen und dekorativen Kantenabschluss, der dein Kleidungsstück noch besonderer macht.

Damit dir deine Rollsäume richtig schön gelingen, möchte ich heute meine fünf wichtigsten Tipps mit dir teilen.

1. Welcher Rollsaum passt zu deinem Projekt?

Je nach Overlockmaschine kannst du einen 3-Faden-Rollsaum oder sogar einen 2-Faden-Rollsaum nähen.

Der 3-Faden-Rollsaum wird mit einer Nadel und beiden Greifern genäht. Dadurch wirkt er etwas voller und eignet sich wunderbar für dekorative Garne oder Bauschgarn. Wenn du einen auffälligen Rollsaum mit schönen Farbeffekten nähen möchtest, ist das meistens meine erste Wahl.

Der 2 Faden Rollsaum wird dagegen mit einer Nadel und nur dem Untergreifer genäht. Er fällt deutlich feiner aus und ist deshalb besonders schön für leichte und zarte Stoffe geeignet.

Überlege dir also einfach, welchen Effekt du erzielen möchtest. Soll der Rollsaum besonders dekorativ wirken, greife zum 3 Faden Rollsaum. Möchtest du einen ganz feinen Kantenabschluss, ist der 2 Faden Rollsaum ideal.

2. Welche Stoffe eignen sich für einen Rollsaum?

Viele denken, dass Rollsäume nur für ganz feine Stoffe geeignet sind. Tatsächlich kannst du sie aber bei den meisten Materialien einsetzen. Nur sehr dicke Stoffe eignen sich eher nicht dafür.

Besonders schön wird ein Rollsaum auf Baumwolle, Viskose, Chiffon oder Jersey. Auch Stoffe, die leicht ausfransen, lassen sich damit wunderbar versäubern. Oft ist der Rollsaum hier sogar die schönste Lösung.

Wenn du Jersey vernähst, kannst du außerdem einen traumhaften Wellensaum nähen. Dafür verringerst du den Differentialtransport deiner Overlock und hältst den Stoff beim Nähen leicht zurück, sobald die Nadel im Stoff steckt. So entstehen die typischen sanften Wellen, die beispielsweise an Ärmeln oder Rocksäumen wunderschön aussehen.

3. Mit dekorativen Garnen wird dein Rollsaum zum Hingucker

Besonders gerne nähe ich Rollsäume mit dekorativen Garnen. Damit kannst du ganz einfach wunderschöne Akzente setzen.

Sehr schön eignen sich Multicolor Garne, Bauschgarn, Stickgarn oder andere Dekorgarne. Sie verleihen dem Rollsaum mehr Volumen und sorgen für tolle Farbeffekte.

Das dekorative Garn wird in den Greifer eingefädelt. Ist es deutlich dicker als normales Overlockgarn, solltest du es in den Obergreifer einfädeln.

Außerdem lohnt es sich, die Greiferspannung etwas zu reduzieren. Oft müssen auch Stichlänge und Stichbreite leicht erhöht werden, damit das Garn genügend Platz hat und sauber verarbeitet werden kann.

Wie du richtig schöne Rollsäume nähst kannst du auch in einem Overlock Nähkurs lernen.

4. Kleine Probleme lassen sich schnell beheben

Vielleicht kennst du das auch. Manchmal sieht der Rollsaum einfach noch nicht ganz so aus, wie man ihn sich vorgestellt hat. Zum Glück steckt meistens nur eine Kleinigkeit dahinter.

Ein schöner Rollsaum rollt sich gleichmäßig um die Stoffkante. In den meisten Fällen kannst du die Nadel und den Obergreifer auf der Grundeinstellung lassen und lediglich die Spannung des Untergreifers etwas erhöhen.

Entstehen kleine Knubbel entlang der Naht, ist die Stichlänge häufig zu kurz eingestellt. Erhöhst du sie etwas, wird der Rollsaum meist sofort gleichmäßiger.

Auch ein Stück Stickvlies kann sehr hilfreich sein. Legst du es beim Nähen an die Stoffkante, lassen sich unsaubere Stellen oft ganz einfach vermeiden.

Sollte sich der Untergreiferfaden sichtbar in die Naht hineinziehen und kleine Erhöhungen bilden, ist seine Spannung meist etwas zu hoch. Reduzierst du sie leicht, legt sich der Faden wieder schön um die Stoffkante.

5. Die richtige Garnfarbe macht den Unterschied

Beim Rollsaum bleiben alle Fäden sichtbar. Deshalb lohnt es sich, sich vorher ein paar Gedanken über die Farbwahl zu machen.

Wenn du einen dezenten Abschluss möchtest, wählst du Garne, die möglichst genau zu deinem Stoff passen.

Soll dein Rollsaum dagegen ein echter Blickfang werden, kannst du bewusst mit Kontrastfarben oder einem wunderschönen Multicolor Garn arbeiten.

Beim 3 Faden Rollsaum ist der Obergreiferfaden am deutlichsten sichtbar. Genau dort kommen dekorative Garne deshalb besonders schön zur Geltung. Beim 2 Faden Rollsaum übernimmt diese Rolle der Untergreiferfaden.

Mein Fazit

Ich liebe Rollsäume, weil sie so vielseitig sind und jedes Nähprojekt im Handumdrehen aufwerten. Mit ein paar kleinen Einstellungen an deiner Overlock kannst du ganz unterschiedliche Effekte erzielen. Von einem feinen, eleganten Kantenabschluss bis hin zu verspielten Wellensäumen mit bunten Dekorgarnen ist alles möglich.

Trau dich einfach, ein wenig mit verschiedenen Stoffen, Garnen und Einstellungen zu experimentieren. Du wirst schnell merken, wie viel Spaß Rollsäume machen und wie wunderschön sie deine selbstgenähte Kleidung aussehen lassen.

Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Ausprobieren und natürlich viele perfekt gelungene Rollsäume!

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