Süße Babyschuhe mit Riemchen • Variante B

Süße Babyschuhe mit Riemchen • Variante AIn dieser Anleitung werde ich dir Schritt für Schritt zeigen, wie du ein paar süße Babyschuhe mit Riemchen nähen kannst. Ich habe die Anleitung in 2 Teile für die beiden Näh-Varianten gegliedert, die ich weiter unten genauer erläutern werde. Im Ebook sind beide Nähvarianten bereits enthalten!

Die Babyschuhe sind als Krabbel- und Lauflernschuh konzipiert und für Kinder von 0 – 10 Monaten geeignet.

Das Schnittmuster für die Riemchenschuhe gibt es übrigens auch für größere Kinder in den Schuhgrößen 20-30: » Schnittmuster Kinderschuhe mit Riemchen.

Ebook bei DaWandaEbook bei makerist

Die komplette Nähanleitung könnt ihr euch auch als Video anschauen:

Video von Schnittmusterchen. Herzlichen Dank für die gelungene Umsetzung! Viele weitere tolle Nähvideos von Schnittmusterchen findet ihr auf ihrem Youtube-Kanal.

Die Nähanleitung für die Kinderschuhe und Babyschuhe mit Riemchen ist die gleiche, daher gilt das Video auch für die Babyschühchen. Viel Freude beim Nähen!

Das ist alles dabei:

  • Schriftliche Anleitung auf 49 Seiten im Format DIN A4 als digitales Ebook im PDF-Format
  • Schnittmuster zum sofort Ausschneiden und loslegen in den Größen 14 – 19
  • professionelle Farbfotos zum Erläutern der einzelnen Schritte
  • zahlreiche Designbeispiele

Die zwei Schuh-Varianten

Die Babyschuhe können in 2 Varianten genäht werden. Bei Variante A werden die Schnittteile für Vorderteil und Ferse einfach mit Schrägband versäumt, was etwas einfacher zu nähen ist und vorallem schneller von der Hand geht. Somit ist Variante A für Anfänger sehr gut geeignet. Hier zeige ich euch auch, wie ihr eine kleine Schleife aus Schrägband nähen könnt.

Wer nicht gern Schrägband verarbeitet, kann sich an Variante B (diese Anleitung) halten. Hier werden die einzelnen Schnittteile für Vorderteil und Ferse erst zusammengenäht und anschließend gewendet. Optional können hier noch Spitzenbänder oder andere Verzierungen angebracht werden.

Riemchenschuhe Varianten

Inhaltsverzeichnis

Materialliste
Schritt 1: Stoff und Vlies zuschneiden
Schritt 2: Vlies aufbügeln
Schritt 3: Schnittteile aus Ober- und Futterstoff zusammennähen
Schritt 4: Riemen an die Ferse nähen
Schritt 5: Mitten markieren
Schritt 6: Vorderteile an die Sohle nähen
Schritt 7: Ferse an die Sohle nähen
Schritt 8: Druckknopf oder Klettverschluss anbringen
Schritt 9: Sockenstop auftragen

Allgemeine Informationen zum Schnittmuster & Nähvorgang

Das Schnittmuster enthält bereits 0,5cm Nahtzugabe.

Die Abkürzung SB auf dem Schnittmuster steht für Schrägband. Weiterhin sind die Schnittmuster- teile mit “A” und “B” oder “A&B” gekennzeichnet. Wenn ihr Schuh-Variante A näht, braucht ihr alle Schnitteile, die ein A bzw. ein A&B haben, denn diese Teile gelten für beide Varianten. Wenn ihr Schuh-Variante B näht, braucht ihr alle Schnitteile, die ein B bzw. ein A&B haben, denn diese Teile gelten für beide Varianten.

Als Material für die Schuhe eignen sich Baumwollstoffe, die nicht zu dünn sind und einen guten Stand haben. Dehnbare Stoffe eignen sich nicht für die Herstellung der Schuhe.

Alle Nähte werden verriegelt, d.h. am Anfang & Ende jeder Naht nähst du 2-3 mal auf der gleichen Stelle vor- und zurück.

Die Angabe „rechts auf rechts“ bedeutet, dass beide Schnittteile mit der Motivseite (also der später sichtbaren Seite) aufeinander gelegt werden – d.h. man sieht beim zusammennähen die Rückseite beider Stoffteile und erst nach dem Wenden die Vorderseite.
Ausdruck der Schnittmuster: Bitte beim Drucken darauf achten, dass du 100% ohne Seitenverkleinerung eingestellt hast. Zur Überprüfung findest du ein Kontrollquadrat auf dem Schnittmuster, welches du nach dem Ausdruck abmessen kannst. Wenn es auf dem Ausdruck genau 1x1cm groß ist, hast du alles richtig gemacht 🙂

Materialliste für 1 Paar Schuhe

* = Affiliate-Link

Material

Schritt 1: Stoff und Vlies zuschneiden

Zuerst überträgst du das Schnittmuster auf deinen Stoff und das Vlies. Die Sohlen werden dabei jeweils 1x im Bruch zugeschnitten, um 2 passgenaue spiegelverkehrte Schnittteile zu erhalten.

Du brauchst folgende Schnitteile:

Oberstoff:
– 2x Sohle
– 2x Vorderteil
– 2x Ferse
– 2x Riemchen

Futterstoff:
– 2x Sohle
– 2x Vorderteil
– 2x Ferse
– 2x Riemchen

Vlies H250:
– 2x Sohle
– 2x Vorderteil
– 2x Ferse

Vlies H630
– 2x Vlies Sohle (gestrichelte Schablone)
– 2x Vlies Ferse (gestrichelte Schablone)
– 2x Vlies Vorderteil (gestrichelte Schablone)

Zuschnitt

Schritt 2: Vlies aufbügeln

Jetzt bügelst du das Vlies entsprechend der Bügelanleitung auf dem Vlies auf die entsprechenden Teile des Außenstoffs.

Alle Schnittteile aus Oberstoff bekommen das Vlies H630, alle Schnittteile aus Futterstoff das Vlies H250.

Da das Vlies H250 in der gleichen Größe wie die Stoffteile zugeschnitten wurde, lege am besten ein Blatt Backpapier beim Bügeln unter deine Schnitteile, damit der Kleber des Vlieses nicht versehen- tlich auf dein Bügelbrett kommt.

Das Volumenvlies wird mithilfe eines angefeuchteten Tuchs aufgebügelt, das über die Stoffteile mit dem aufgelegten Vlies gelegt wird.

Vlies

Schritt 3: Schnittteile aus Ober- und Futterstoff zusammennähen

Lege je ein Schnittteil aus Oberstoff und Futterstoff rechts auf rechts übereinander und fixiere es mit ein paar Nadeln.

Achtung: Die Sohlen-Teile werden links auf links übereinandergelegt.

Teile übereinander legen

Teile übereinander legen

Steppe dann die Rundungen der Vorderteile, sowie der Fersen mit 0,5cm Nahtzugabe ab.

Schnittteile absteppen

Die Riemen nähst du mit 0,5cm Nahtzugabe ausgehend von der Mitte des Riemchens am äußeren Rand zusammen. Dabei bleibt an einer Seite eine Wendeöffnung von 2-3cm.

Die Rundungen am Riemen machst du am besten manuell mit dem Handrad, d.h. ohne das Nähpedal. So werden die Rundungen schön gleichmäßig. Kürze dann die Nahtzugaben (außer an der Wendeöffnung) rundherum um 2mm.

Riemen absteppen

Wende dann den Riemen mithilfe eines abgerundeten Stäbchens. Drücke mit dem Stäbchen an der Wendeöffnung den Stoff vorsichtig von außen nach innen, so dass er sich langsam über das Stäbchen schiebt.

Klappe dann die Nahtzugabe an der Wendeöffnung nach innen und bügele die Riemen schön glatt. Die Wendeöffnung verschließst du mit einer Nadel.

Riemen wenden

Kürze die Nahtzugaben von Fersen und Vorderteilen um 2mm und wende diese im Anschluss auf rechts.

Nahtzugabe kürzen

Bügele sie schön glatt und stecke an der offenen Kante ein paar Nadeln zur Fixierung.

Schnittteile gewendet

Steppe dann die äußere Rundung der Sohlen mit einem weiten ca. 3mm breiten Zickzackstich ab, um beide Sohlenteile miteinander zu verbinden.

Sohlen zusammennähen

Schritt 4: Riemen an die Ferse nähen

Nun nimmst du dir beide Fersenteile, beide Riemen und die Schnittvorlage für die Ferse zur Hand. Auf der Schnittvorlage siehst du eine Markierung, wo der Riemen angelegt werden muss. Am Ein- fachsten zum späteren An- und Ausziehen der Schuhe ist es, wenn die Riemchen außen am Schuh (also am äußeren Knöchel des Fußes) verschlossen werden.

Der Riemen für den linken Schuh wird an der rechten Seite der Ferse aus Oberstoff angenäht. Der Riemen für den rechten Schuh wird dann auf der linken Seite der anderen Ferse angenäht.

Riemen anlegen

Wenn du den Riemen festgesteckt hast, nähst du nun knappkantig mit 2-3mm rundherum an der Außenkante des Riemchens entlang. Beginne dabei am besten in der Mitte des Riemchens auf der rechten Seite. Dabei schließt du automatisch die Wendeöffnung und nähst das Riemchen am Fersenteil fest. Nähe auch hier die Rundungen des Riemchens manuell mit dem Handrad, nicht mit dem Pedal – so wird die Rundung schön gleichmäßig.

Riemen annähen

Schritt 5: Mitten markieren

Lege die Sohlen auf die entsprechende Schablone und stich an der vorderen Markierung eine Nadel ein.

Sohlenmarkierung

Die Vorderteile und Fersen faltest du einmal senkrecht in der Mitte und stichst auch hier jeweils in der Mitte an der offenen Kante eine Nadel ein.

Mitten markieren

Schritt 6: Vorderteile an die Sohle nähen

Nimm dir beide Vorderteile und beide Außensohlen zur Hand. Dann steckst du je ein Vorderteil mit der rechten Stoffseite mittig auf die obere rechte Stoffseite der Außensohle. Beide Nadeln treffen dabei genau aufeinander. Stecke dann eine der Nadeln durch beide Stofflagen und entferne die andere Nadel.

Vorderteil auf Sohle

Von der Rückseite aus beginnst du nun mit dem Nähen, und zwar jeweils die obere Rundung der Sohle von der Mitte ausgehend mit 0,5cm Nahtzugabe – d.h. du setzt die Nähmaschine zweimal an:

1. Mal: Rechte Rundung der Sohle ausgehend von der Mitte
2. Mal: Linke Rundung der Sohle ausgehend von der Mitte

Du beginnst mit der rechten Rundung:

Sohle an Vorderteil nähen

Die Außenkanten beider Teile müssen beim Nähen übereinander gebracht werden, d.h. du ziehst die Sohle immer bündig in Position zur Außenkante des Vorderteils. Am Einfachsten geht das, wenn du immer nur wenige Stiche auf einmal nähst, dann die Nadel im Stoff lässt, den Nähfuß anhebst, die Sohle in Position ziehst, den Nähfuß wieder absenkst und nähst.

Die linke Rundung nähst du dann von der anderen Seite aus wieder beginnend an der Mitte des Vorderteils.

Sohle an Vorderteil nähen

Schritt 7: Ferse an die Sohle nähen

Zuerst legst du den Schuh nochmal auf die Sohlenschablone und stichst an der Fersenmarkierung eine Nadel ein. Stecke dann das Fersenteil rechts auf rechts auf die Außensohle. Für den rechten Schuh liegt der Riemen beim Auflegen rechts, für den linken Schuh dann links.

Rückteil anlegen

Nach dem Feststecken des Fersenteilles mittig auf der Sohle nähst du auch hier in 2 Etappen:

Zuerst die rechte Rundung ausgehend von der Mitte der Sohle mit 0,5cm Nahtzugabe, dann die linke Rundung. Entweder du nähst wieder von der Sohle ausgehend oder du wendest den Schuh und nähst von oben – probier einfach aus, was dir besser von der Hand geht.

Rückteil annähen

Rückteil annähen

Kürze dann die Nahtzugaben rund um die Sohle um 2mm.

Zickzackstich

Steppe entlang der äußeren Sohlenkante mit einem 2mm breiten engen Zickzackstich oder Overlockstich einmal rundherum, um die Nähte zu versäubern. Bleib dabei innerhalb der 2mm Nahtzugabe.

Schritt 8: Druckknopf oder Klettverschluss anbringen

Nun ist der Schuh so gut wie fertig, es fehlt nur noch der Druckknopf oder ein Klettband zum Verschließen. Ich habe KamSnaps verwendet, da sie sich sehr einfach handhaben lassen und mit ihren knalligen Farben super zu Babykleidung passen.

Druckknopf

Fertiger Schuh

Alternativ kannst du natürlich auch einen Klettverschluss annähen. Dafür benötigst du jeweils 4cm Flauschband und 4cm Hakenband zum Annähen (nicht selbstklebend). Dann teilst du beide Bänder in 2 Hälften, so dass du für jeden Schuh 2cm jedes Bandes hast.

Nun nimmst du dein fertig genähtes und gewendetes Riemchen zur Hand und legst es als Schablone auf dein Klettband. Zeichne mit einem Bleistift vorsichtig die Kontur des fertigen Riemchens auf die Rückseite deines Klettbandes. Eine Seite wird dabei abgerundet. Dann schneidest du die Klettbänder an der Markierung aus.

Klettverschluss

Klettverschluss

Jetzt kannst du das Flauschband auf die Innenseite deines Riemchens nähen. Lege dann das Riemchen um den Schuh, dort wo du es verschließen möchtest und zeichne dir mit Schneiderkreide oder einem Sublimatstift eine Markierung an der Außenseite des Schuhs, wo das Klettband befestigt werden soll. Dann nähst du an dieser Stelle das Hakenband an. Das gleiche wiederholst du für den anderen Schuh.

Schritt 9: Sockenstop auftragen

Um die Schuhe rutschfest zu machen, kannst du auf der Sohle Sockenstop bzw. Sockenbremse (gibts z.b. bei Buttinette) auftragen. Das Muster ist dabei egal, ich habe einfach kleine Punkte rund um den äußeren Rand der Sohle gemacht. Sockenstop gibt es in allen möglichen Farben, passend für jedes Nähprojekt.

Sockenstop

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.